Qemajl Bequiri führt den VSST zu alter Stärke

Er wird selten laut, agiert direkt und bestimmt, und hat konkrete Vorstellungen zur Umsetzung seiner Spielideen. Auf dem Platz lebt der Spielertrainer des VSST Günzlhofen-Oberschweinbach, Qemajl Bequiri, vor was er seiner Mannschaft neben dem Platz vermittelt. Sein Spielstil inspiriert, sein Teamgedanke reißt jeden mit. Seit dem Start seines Engagements beim VSST im Sommer 2019 reift das Kreisklasse-Team (Zugspitze, Kreisklasse 1) zu einer großartigen Mannschaft heran. Nicht umsonst sonnt sich das Team derzeit an der Tabellenspitze. Qemajl ist der Architekt dieses sportlichen Erfolges, was er selbst als „Momentaufnahme“ bezeichnet. „Um daran anzuknüpfen ist die intensive Zusammenarbeit mit dem Team fundamental“, so Qemajl weiter. Bei seiner Arbeit wirkt er stets konzentriert und wählt seine Worte mit Bedacht – genau so wie in diesem Interview.

Die Winterpause ist vorüber und die Mannschaft kehrt nach einer recht erfolgreichen Hinrunde wieder zurück ins Training. Wie ist die Stimmung im Team?

Die Stimmung ist sehr gut, alle kehren gesund und fit zurück und freuen sich auf die Rückrunde.  In der Winterpause hatten wir zwei Abgänge aber erfreulicherweise auch Neuzugänge die bereits für den VSST spielberechtigt sind. Somit können wir auf einen großen Kader zurückgreifen mit dem wir uns nun intensiv den Vorbereitungen der bevorstehenden Saisonspiele widmen können.

Du hast die intensive Vorbereitung angesprochen; mit 14 Terminen in 20 Tagen alleine im Februar ist das nicht untertrieben, gleich anschließend geht es ins Trainingslager. Worauf legst Du einen besonderen Fokus?

Der Schwerpunkt meiner Arbeit in der Vorbereitung liegt ganz klar in den taktischen Bereichen. Die Umsetzung der Taktiken ist eine zentrale Zielvorgabe um welche herum das Trainingsprogramm ausgestaltet wird.

Im März geht es dann wieder los mit dem Ligabetrieb. Wie bereitet ihr euch außerhalb der Trainingseinheiten auf die Rückrunde vor?

Neben dem Training führen wir Testspiele gegen Mannschaften aus der Region durch, allerdings ist das Ergebnis zunächst mal zweitrangig. In erster Linie geht es darum gewisse taktische Vorgaben als Mannschaft auf dem Platz anwenden und umsetzen zu können. Jeder Spieler muß wissen was seine Aufgabe ist und welche Rolle ihm in bestimmten Positionen zuteil wird. Zudem wird das Miteinander während des Spiels sehr wichtig.

Das erste Testspiel in diesem Jahr gegen den Bezirksligisten SC Unterpfaffenhofen war eine starke Leistung und ging nur knapp mit 3:2 verloren. Welche Schlüsse ziehst du aus diesem Spiel?

Wir hatten eine Taktik für dieses Spiel jedoch ist diese anfangs nicht aufgegangen. Die Einstellung innerhalb des Teams war zu Beginn noch nicht optimal. Wir haben davor nur einmal in dieser Konstellation trainiert, somit war es nicht zu erwarten diese Taktik-Vorgaben bereits im vollen Umfang sofort spielerisch umsetzen zu können. Nach 20-30 Minuten haben wir dann deutlich besser ins Spiel gefunden und konnten weitgehend umsetzen was wir uns vorgenommen haben. Insofern war das Ergebnis nicht so wichtig.

Wie zufrieden bist du mit der Integration der Spieler die zur Winterpause dazu gestoßen sind? 

Natürlich müssen sie sich erst zurecht finden und wie gut sie sich in die Spielkultur einfügen wird sich mit der Zeit zeigen, allerdings haben wir uns bewußt für sie entschieden und sind davon überzeugt daß sie hervorragend in die Mannschaft passen. 

Ein weiterer wichtiger Baustein der Vorbereitungen ist das Trainingslager in Belek in der Türkei. Was steht dort auf dem Plan und freuen sich die Spieler drauf?

Klar, die Spieler freuen sich sehr und es ist auch eine hervorragende Gelegenheit das Team zusammen zu bringen und auch mental zu stärken. Ich habe das in der Vergangenheit oft durchgeführt und sehr gute Erfahrungen gemacht, stehe somit im vollen Umfang dahinter. Ein Trainingslager schweißt das Team nachhaltig zusammen, wichtig ist die Balance zwischen Trainingseinheiten und Teambuilding-Maßnahmen – die besten Zutaten für eine langfristige Kaderplanung. Dennoch liegt der Fokus natürlich auf die Trainingseinheiten die zweimal am Tag stattfinden.

Die Mannschaft spielte in der Hinrunde sehr stabil und das Zusammenspiel der einzelnen Spieler schien gut aufzugehen. Wo siehst Du noch Verbesserungspotenzial?

Zum Einen haben wir zu viele Gegentore zugelassen. Ich lege großen Wert auf eine intakte Defensive. Dazu müssen wir individuelle Fehler abstellen, das Teamspiel, und vor allem die Bereitschaft für den eigenen Mitspieler einzustehen, fördern. 

Der Rückrundenauftakt startet mit dem Duell gegen den Tabellendritten SC Weßling. Im Hinspiel kam der VSST nicht über ein 2:2 hinaus, die von dir angesprochenen Gegentore führten zur Punkteteilung. Was ist im Rückspiel zu erwarten und wie stellst Du das Team auf dieses Spiel ein?

Weßling ist eine gute Mannschaft die schon lang zusammenspielt und entsprechend eingespielt ist. Da merkt man wie wichtig das Miteinander in einer Mannschaft ist. Da müssen wir als Team ganz klar diszipliniert und konzentriert auf dem Platz stehen um dagegen zu halten da es nicht einfach ist ein so eingespieltes Team zu knacken.

Sieht man auf die Tabelle scheint diese Saison ein Aufstieg des VSST in die Kreisliga eine Formalität zu sein. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten startet Ihr nach einer starken Vorrunde in die Rückrunde. Wie denkst Du über den Aufstieg und vor allem das Potenzial in den nächsten 2-3 Jahren?

Der Aufstieg ist noch weit weg. Mit sechs Punkten Vorsprung sollte man sich in keinem Fall zu sicher fühlen, der Weg muß erst beschritten werden, das ist Arbeit. Auf der anderen Seite werden wir unseren Weg machen und ich bin überzeugt daß wir eine starke Rückrunde spielen können. 

Für die kommenden Jahre ist es vor allem wichtig daß die Mannschaft zusammen bleibt.

Welche Werte zählen für dich am meisten innerhalb der Mannschaft und auch auf dem Platz?

Für mich ist ganz klar wichtig daß jeder für den anderen kämpft und nie aufgibt. Entscheidend ist natürlich das Verständnis jedes Einzelnen, daß man nur als Team funktioniert. Nur wenn man zusammen den gleichen Weg geht, und das muß so sein, kann man langfristig Erfolg haben.

Was ist für dich ein absolutes „no-go“? 

Wo soll ich anfangen? Es gibt zahlreiche Punkte, vor allem klare Regeln an die man sich halten muß. Schlußendlich ist es entscheidend an einem Strang zu ziehen und Vorgaben umzusetzen. 

Gibt es im abschließend noch ein paar Kommentare von deiner Seite oder etwas was du unbedingt loswerden möchtest? 

Wir wollen Fußball spielen und auf dem Platz umsetzen was wir uns vorgenommen haben und das ist uns das Wichtigste. Als Team schätzen wir uns glücklich insbesondere Zachi (Michael Zach) und Qem (Quendrim Bequiri) in unserer Mannschaft zu haben. 

Die Freude auf die Rückrunde ist riesengroß, auch dank des starken Rückhalts des Vereins. Dennis hat die Vorbereitungen für das Trainingslager stark unterstützt, Zachi hat sich um eine einheitliche Trainingsausrüstung bemüht und Bälle haben wir auch erhalten.

Der VSST hat uns enorm unterstützt, vor allem möchte ich mich bei Franz (Ostermeier) und Mario (Küpper) bedanken. Dank ihnen kommen wir optimal aus der Winterpause. Außerdem leistet Tobi (Tobias Knabenbauer) als Co-Trainer Herausragendes. Ich bin sehr froh in diesem Gefüge mit der Mannschaft und dem Verein zusammen zu arbeiten.  


(15.02.2020 / VSST Redaktion, RB)

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